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Verkauft: Sehr aparter Appenzeller Schrank, Umkreis von Bartholomäus Thäler

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Zitat aus dem Werk “Ländliche Bilderfreude: Appenzeller Möbelmalerei 1700 – 1860” (Hier und Jetzt Verlag, 2014), S172:

“Gegen 1830 nimmt ein neues Modell des Appenzellerschranks Gestalt an, das eine radikale Abkehr von der Buntheit und Vielfalt der Jahrhundertwende (1800) signalisiert: der Holzmaserierungsschrank. Baulich ist er nach wie vor ein spätbarocker Normschrank mit abgeschrägten Seiten, meist eintürig und schlicht. Die Kränze werden bescheidener und sind oft nicht mehr abnehmbar, sondern fest montiert.

Das generelle Gestaltungsprinzip: Alle Flächen werden mit Furniermalerei gestaltet. Verschiedene Holzmaserierungen in verschiedenen Brauntönen und mit verschiedenen Strukturen werden kombiniert und gegeneinander gestellt…. Die Maler zeigten sich als Meister der Furniermalerei und beherrschten das Spiel Holzstrukturen und Holzfarbtönen virtuos… Ziermotive (z.B. Röschen) treten nur zurückhaltend in Erscheinung.

Als freie, für bildhafte Darstellungen reservierte Gestaltungsflächen sind nur noch die Türfüllungen und einige wenige Medaillons vorgesehen, sowie manchmal noch ein Fusstäferfeld.

Die Ausstrahlung dieser Möbel steht in höchstmöglichem Kontrast zur vorausgehenden Periode: Wo früher barocker Prunk und Prachtentfaltung angestrebt wurden, scheinen nun Mässigung, Bescheidung, Zurückhaltung…zum Ziel des Ausdrucks zu werden. Understatement, ein verändertes (biedermeierliches) Lebensgefühl.”

Die Szenerien dieser Schränke sind gar nicht bäuerlich, aber auch nicht, wie 30 Jahre früher, höfisch oder aristokratisch, sondern sind auf eine neue ländlich-bürgerliche Schicht zugeschnitten, die sich als neuer Mittelstand zwischen dem Bauerntum und der Oberschicht etabliert hatte.

Dieses Beispiel eines solchen komplett originalen Schrankes von ca 1830 zeigt in der oberen Hauptfüllung einen stolzen Offizier vor dörflicher Kulisse, in der unteren einen lieblichen Biedermeierstrauss und in der Fussfüllung eine idyllisches Landschaftspanorama mit Spaziergänger, Fischer im Boot und dörflichem Hintergrund.

Hochklassiges Beispiel schweizerischer ländlicher Möbelkunst aus dem Umkreis von Bartholomäus Thäler (1806-1850)

  • Breite Kranz 117.5
  • Breite Körper 104.5
  • Tiefe Kranz 57
  • Tiefe Körper 49
  • Höhe 176

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